Wenn Erich Loest, der große Chronist, auf die deutsche Vergangenheit zurückblickt, behält er die Gegenwart stets im Auge. In seinen Reden und Essays der letzten Jahre bringt Loest deutlich zur Sprache, was zu sagen ist über sein Deutschland, sein Sachsen, sein Leipzig. Er faßt die Gedenkkultur hart an, plädiert für das Fusionieren ostdeutscher Bundesländer und beklagt das intellektuelle Ausbluten seiner Heimatstadt.
Sich und seinen Lesern erspart Loest jede Sentimentalität. Er will sich auch nicht unnötig versöhnen mit den Feinden von gestern und den Gegnern von heute – davon zeugen auch zwei Bühnentexte, die diesen Band abrunden. Farbig wie immer und ganz aus eigenem Erleben gespeist, spricht Erich Loest von guten und schlechten Traditionen, von Gemeinsinn und der Notwendigkeit, sich weiterhin einzumischen.
Pressestimmen
„Laue Ausgewogenheit, politische Korrektheit, milde Rücksicht sind Loests Sache nicht, sind es nie gewesen. Und das macht sicher eine der zentralen Qualitäten des Autors aus.“ Peter Korfmacher, Leipziger Volkszeitung
„Eine erstaunliche Fundgrube. Diese Nebenwerke des Romanautors Erich Loest sind nicht nur glänzend geschrieben, die sind außerdem Zeitzeugnisse eines aufmerksamen Beobachters.“ Jürgen Feldhoff, Lübecker Nachrichten
